Smart Praxis

Die ersten Tage mit dem Smart. Zweifel, ob der Wochenend-Einkauf auch wirklich in dem kleinen Kofferraum Platz hat? Und irgendwie hat man in der realen "Berufsverkehrswildnis" den Eindruck, dass der Kleine vor allem von den Fahrern großer "Potenzkisten" nicht so recht ernst genommen wird. Ein Anschiss von einem Smart-fahrenden Kollegen (Passion CDI), dass es doch nicht angehen kann, dass die Kugel einfach so auf der Straße steht. Recht hat er - jetzt hat der kleine Schwarze auch eine Garage ;-) .

Und irgendwie erlebt man mit dem Smart mehr, als mit "normalen" Autos.

Beim Wechsel auf die Winterreifen in einer Nachbarstraße (die dunkle Tiefgarage eignet sich nicht so dafür) kommt mir warnblinkend ein führerloser Mercedes Sprinter Kastenwagen entgegen und endet - nein zum Glück nicht an der Kugel sondern - am parkenden Auto meines früheren Nachbarn. Einen kleinen Moment später kommt ein aufgeregter Postler hinterher gerannt. Wann lernen die Postkutscher, dass man ein abgestelltes Fahrzeug mit Handbremse oder eingelegtem Gang sichern sollte?

Vom Fahrer eines dieser formal danebengegangenen  kleinen Familienvans aus dem Hause Renault wird meine Lebensgefährtin beim Betanken des Kleinen mitleidig angeguckt. Fragt sich nur warum - schließlich bläst der Smart weniger Sprit durch die Einspritzanlage als der Megane Scenic. Es sind derzeit übrigens so um die 5,8 l - eigentlich könnte es ein bissel weniger sein, aber wir haben Winter und er ist ja noch nicht ganz eingefahren.


Ja und die Krönung: von einer übergewichigen Fahrerin eines total ranzigen Benz mit braunen Rostpunkten aus den 70ern wurde der Smartie als Sperrmüll bezeichnet, weil sie meinte, dass er ihr im Weg stehen würde (nur leider blockierten zwei Lastzüge in der Firmeneinfahrt auch das Fortkommen des Smart, aber mit denen traute die sich nicht anzulegen) - immer auf die Kleinen :-( . Dafür durfte sich der kleine Schwarze schon einen der raren Firmenparkplätze mit der "Biene" (einem gelben Pure) eines Kollegen teilen. Schön sind auch die "Smart-Parkplätze" bei einem namhaften Supermarkt in Maintal-Dörnigheim. Die Räume hinter den Einkaufswagen-Ports eignen sich hervorragend für die Einkaufspause.

Aber wann - verflucht - merken die Fahrer von hochmotorisierten Fahrzeugen gewisser Nobelmarken endlich, dass der Smart im innerstädtischen Verkehr ziemlich spurtstark ist? Es entstehen immer wieder gefährliche Situationen, nur weil jemand - meist Fahrer von 5er BMW - meint, er könnte eben noch mal schnell überholen und sich vor den Smart quetschen.

Scheinbar ist dieser Typ Autofahrer vom Wahn besessen, sobald er einen Smart sieht. Das beweist folgender, jederzeit nachvollziehbarer Test:
wir befahren die Hanauer Landstraße in Franfurt mit 60 km/h in einem Smart. Wir werden waghalsig überholt, geschnitten! Wir fahren einen Tag später die gleiche Strecke zur gleichen Uhrzeit in einem Audi A4, auch wieder mit 60 km/h: nichts passiert. Alle bleiben brav hinter dem Audi.
Ist ein Smart mit 60 km/h langsamer wie ein Audi? Das kann doch überhaupt nicht sein - es scheint aber in den Köpfen dieser Hirnies irgendetwas durchzuknallen, sobald ein Smart in Sicht kommt. Niemand kann dieses Phänomen wirklich erklären ...

Letztlich macht der kleine Smart viel Spaß und lässt sich im Durchschnitt mit übersichtlichen 4,9 l/100 km bewegen. Auch beim Blick auf die Versicherungsrechnung und den Steuerbescheid gerät man als wirtschaftlich denkender Mensch immer wieder in Verzückung

Doch dann kam, was anfangs keiner so bald geplant hatte: geänderte Bedürfnisse (viele Autobahn-km) brachten uns schließlich dazu, uns im September 2005 von dem guten Stück zu trennen. Schade eigentlich - aber lange Autobahnfahrten sind mit dem auf 135 km/h begrenzten Smart halt kein Vergnügen.

Aber es bleibt wohl kein Abschied auf ewig ...